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Heinz Maier-Leibnitz-Medaille für Prof. Cheng

16.12.2014


Am Dies Academicus 2014 hat Prof. Dr. Gordon Cheng die Heinz Maier-Leibnitz-Medaille erhalten. Sie ist benannt nach dem TUM-Physikprofessor und Nestor der deutschen Neutronenphysik und wird für außergewöhnliche wissenschaftliche Leistungen vergeben.

Prof. Dr. Gordon Cheng hat seit 2010 den damals neu geschaffenen Lehrstuhl für Kognitive Systeme an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik unserer Universität inne. Es war gelungen, ihn aus dem renommierten National Institute of Information and Communications Technology (NICT) in Japan abzuwerben.
Mit seinem Forschungsfeld „Neuroengineering“ arbeitet er im interdisziplinären Grenzbereich zweier Gebiete, die zu den gefragtesten und kompetitivsten des Jahrhunderts zählen – Robotik und Neurowissenschaften. Prof. Cheng hat damit ein außergewöhnliches, vielleicht sogar einzigartiges Forschungsprofil. In der wissenschaftlichen Community ist er als hochkreativer Denker und einfallsreicher Erfinder bekannt.
Sein wissenschaftliches Draufgängertum rückte mit dem Projekt „Walk Again“ in das öffentliche Rampenlicht. Diese internationale Kooperation, in der Prof. Cheng die technische Umsetzung leitete, ermöglichte dem querschnittsgelähmten Juliano Pinto (29), mit Hilfe eines Gedanken-gesteuerten Roboteranzugs, eines sogenannten Exoskeletts, eine kurze Strecke zu laufen und einen Fußball zu kicken. Das war der symbolische Anstoß der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien.
Diese beeindruckende Demonstration deutet nur an, welchen gesellschaftlichen Nutzen Prof. Chengs Forschung zukünftig haben könnte – für die Medizin, die Fertigungstechnik und darüber hinaus. Ein Beispiel hierfür ist die an der TUM entwickelte Roboterhaut CellulARSkin, die dem Exoskelett des „Walk Again“-Projekts einen Tastsinn verliehen hat. Sie wird auch in einer großen EU-Kooperation („Factory in a Day“) genutzt, damit ein sich selbst organisierender Roboter Seite an Seite mit Menschen arbeiten kann.
Prof. Cheng steht beispielhaft für die Globalisierung der Wissenschaft und für die Internationalisierung der TUM. Geboren in Macau, begann er seine Karriere in Australien und erzielte in Japan erste Forschungserfolge. Nach Gastprofessuren in den USA und in Frankreich, ist er aktuell Gastprofessor in Brasilien. In nur vier Jahren etablierte Prof. Cheng das TUM Institut für Kognitive Systeme (ICS) sehr erfolgreich, indem er dort ein weltweit führendes Forschungs- und Lehrprogramm entwickelte. Er verstärkt so das ausgeprägte Profil unserer Universität im Fachgebiet Robotik und seinen verwandten Disziplinen. Das ICS erforscht Aspekte der menschlichen Wahrnehmung an humanoiden Robotern und verbindet so Forschungsthemen aus den Bereichen Fühlen, Lernen, Handeln und Interaktion. Die ICS-Forscher kombinieren biologische Systeme wie das menschliche Gehirn und Verhalten mit ingenieurwissenschaftlichen Fragestellungen. Darüber hinaus ist Prof. Chengs Forschung darauf ausgerichtet, sich gesellschaftlichen Herausforderungen zu widmen.