anticache

Fakultät trauert um Prof. Ihsen

28.08.2018


Prof. Dr. phil Susanne Ihsen (verstorben am 20.08.2018)

Prof. Dr. phil. Susanne Ihsen ist am 20. August 2018 überraschend verstorben. Sie leitete die Professur für Gender Studies in den Ingenieurwissenschaften, die 2004 bis 2009 an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik (EI) angesiedelt war. Auch nach 2009 war sie als Zweitmitglied an der EI immer noch eng mit der Fakultät verbunden.

Susanne Ihsen wurde 1964 in Bielefeld geboren. Nach einer Ausbildung zur Erzieherin studierte sie Sozialwissenschaften in Duisburg und Aachen. 1999 promovierte sie an der RWTH Aachen mit ihrer Dissertation „Zur Entwicklung einer neuen Qualitätskultur in ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen“. 1999 bis 2004 war sie erst Mitarbeiterin, dann Leiterin der Abteilung Beruf und Karriere im Verein Deutscher Ingenieure (VDI). 2004 folgte der Ruf an die TUM.

Seitdem forschte sie auf dem Gebiet der Gender Studies in den Ingenieurwissenschaften. Das Ziel ist Organisationen und ihre Prozesse in ihrer Gestaltung zu verstehen und hinsichtlich ihrer Innovationspotenziale in Bezug auf Menschen und deren technischer Entwicklungen zu verändern. An der Fakultät EI bietet die Professur für Gender Studies in den Ingenieurwissenschaften seit vielen Jahren erfolgreich das Tutorium engineera an.

Prof. Ihsen war unter anderem Vorstandsmitglied des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Gender and Diversity der Société Européenne pour la formation des Ingénieurs. In zahlreichen nationalen und internationalen Kommissionen, Gremien und Vereinen war sie zudem als Expertin und Gutachterin tätig. 2015 wurde sie mit der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber ausgezeichnet, da sie maßgeblich zum Verständnis der Rolle von Frauen in den Technikwissenschaften beigetragen hat.

Die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik verliert mit Frau Prof Ihsen eine engagierte und hochgeschätzte Kollegin, deren Erstberufung an die Fakultät EI stets eine besonders herzliche Verbundenheit begründete und deren Perspektive und Expertise auf die Ingenieurwissenschaften schmerzlich fehlen wird.