Ziel und Inhalt der Ingenieurpraxis

Die Ingenieurpraxis (IP) bildet einen Teil der berufsqualifizierenden Studieninhalte, die im Bachelorstudiengang Elektrotechnik und Informationstechnik vermittelt werden und ermöglicht die praktische Anwendung der bis dahin im Studium erworbenen Kenntnisse.
Daher soll in der Ingenieurpraxis eine Tätigkeit ausgeführt werden, die

  • Einblicke in die Tätigkeit eines/er Ingenieurin gewährt und dem Aufgabenspektrum im Berufsleben entspricht,
  • planerische und konzeptionelle Tätigkeiten beinhaltet,
  • einen Bezug zum Grundstudium Elektrotechnik und Informationstechnik aufweist.

Zeitlicher Rahmen der Ingenieurpraxis

Die Ingenieurpraxis ist eine bewertete Studienleistung und kann erst nach Aufnahme des Bachelorstudiums an der TUM (Immatrikulation) durchgeführt werden. Sie kann grundsätzlich zu jedem Zeitpunkt im Studium durchgeführt werden. Es wird jedoch empfohlen, diese erst nach bestandener Grundlagen- und Orientierungsprüfung aufzunehmen, um bereits auf Grundkenntnisse im Gebiet der Elektrotechnik aufbauen zu können.

Die Ingenieurpraxis umfasst insgesamt 9 Wochen Vollzeittätigkeit (entspricht 12 ETCS). Sie kann in zwei Teilabschnitten von mindestens 4 bzw. 5 Wochen abgeleistet werden. Die Durchführung der IP ist in begründeten Ausnahmefällen auch in Teilzeit möglich und muss schriftlich beim Ingenieurpraxisausschuss beantragt werden. Die Teilabschnitte müssen hierbei mindestens 20 Stunden pro Woche über einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens 8 Wochen umfassen (insgesamt also 18 Wochen bei einer Arbeitszeit von 20 Std./Woche). Fehlzeiten von bis zu 2 Tagen (bei Vollzeit- und Teilzeitpraktikum) können ohne Nacharbeit geduldet werden.

Ablauf und Vorgehensweise

  • Die Studierenden, die eine IP durchführen möchten, suchen sich eine entsprechende Stelle, vorzugsweise in einer externen Einrichtung (Firma, Behörde, Forschungseinrichtung).
    Es ist ebenfalls möglich, die IP an einer hochschuleigenen Einrichtung durchzuführen, diese muss jedoch ebenfalls in Vollzeit erfolgen und ist in der Regel ohne Bezahlung. Eine Ableistung der IP ist auch im Ausland und dort auch an Universitäten möglich. Die Betreuer in der externen Einrichtung definieren zusammen mit dem Studierenden ein Projekt und erstellen einen Arbeitsplan (maximal eine Seite).
  • Ein IP im eigenen Betrieb oder dem naher Familienangehöriger wird nicht anerkannt.
  • Der Studierende reicht den Arbeitsplan mindestens 4 Wochen vor dem beabsichtigten Beginn der IP zusammen mit dem Formular (Antrag auf Ableistung der Ingenieurpraxis) im Studiendekanat ein; von dort aus werden die Unterlagen an die Professoren der Fakultät verteilt; um die Verteilung der Berichte zur Begutachtung durch die einzelnen Hochschullehrer zu erleichtern, soll das entsprechende Fachgebiet, in das die IP fällt, auf dem Formular gekennzeichnet werden (Musterarbeitsplan 1, Musterarbeitsplan 2).
  • Der Professor/die Professorin bestätigt mit Unterschrift auf dem Formular dass das beabsichtigte Projekt als IP von ihm/ihr anerkannt werden kann und gibt das Formular zurück an das Studiendekanat; der Studierende wird vom Studiendekanat über das Einverständnis bzw. die Ablehnung informiert. 
  • Die erfolgreiche Ableistung der IP sowie der zeitliche Umfang der Tätigkeit wird durch die Einrichtung, in der die IP abgeleistet wurde, auf dem vorgesehenen Formblatt (Bestätigung über die erfolgreich abgeleistete Ingenieurpraxis) bestätigt.
  • Der Studierende verfasst einen technischen Bericht über die Art, Motivation, Ziele und Ergebnisse des Projektes (deutsch oder englisch, Richtwert: mindestens 3 DIN A4-Seiten Fließtext für 4 Wochen, analog 6 Seiten für 9 Wochen; Mustergliederung; Richtlinien für den Bericht). Bewertet werden können nur Tätigkeiten, die im Bericht dargestellt werden.
  • Der Bericht wird zusammen mit dem ausgefüllten Formblatt sowie dem Arbeitszeugnis an den/die Hochschullehrer/in, der/die bereits den Arbeitsplan genehmigt hat, zur abschließenden Beurteilung abgegeben; eine Präsentation des Projekts beim Hochschullehrer/bei der Hochschullehrerin ist Voraussetzung für die positive Beurteilung. Art und Umfang der Präsentation liegt im Ermessen des Hochschullehrers/der Hochschullehrerin.
  • Der Hochschullehrer schickt das unterzeichnete Formular (Bestätigung über die erfolgreich abgeleistete Ingenieurpraxis) zurück ans Studiendekanat.
  • Nach erfolgreicher Prüfung wird die IP als bestandene Studienleistung in TUMonline verbucht.
  • Eine nicht bestandene IP kann im Rahmen des Studiums beliebig oft mit einer anderen Themenstellung wiederholt werden.

Anerkennung bereits erbrachter Leistungen

Über die Anerkennung bereits erbrachter Leistungen für die IP entscheidet der Ingenieurpraxisausschuss. Möchte sich ein Studierender eine Leistung als Ingenieurpraxis anerkennen lassen, reicht er einen Antrag auf Anerkennung im Studiendekanat ein. Der Antrag muss alle notwendigen Nachweise über die Tätigkeit (z.B. Zeugnis der Firma, IHK-Zeugnis) sowie eine Beschreibung der bearbeiteten Themenstellung(en) in Form eines technischen Berichts von 5 Seiten enthalten und soll bereits zu Beginn des Studiums gestellt werden. In dem Antrag muss insbesondere Stellung dazu genommen werden, inwieweit die unter Punkt 1 erwähnten Anforderungen an eine IP in der anzuerkennenden Leistung erfüllt sind.

Eine einschlägige abgeschlossene Berufsausbildung kann durch den Ausschuss anerkannt werden. Ein technischer Bericht ist in diesem Fall nicht nötig.

Ebenso wird ein Abschluss der Höheren Technischen Lehranstalt (Österreich) und der Gewerbeoberschule (Südtirol) im Bereich Elektrotechnik ohne technischen Bericht anerkannt.

Ingenieurpraxisausschuss (IPA)

Vorsitzender: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Kellerer
Schriftführerin: Dipl.-Betriebswirtin (FH) Maria Lautner