FErnschreiber-Standleitungsbetrieb

Für bestimmte Einsatzfälle, in denen eine Dauerverbindung zwischen zwei (oder auch mehreren) Fernschreibern erforderlich ist (z.B. für Sicherheitsdienste), werden diese über von FS-Vermittlungssystemen unabhängige Standleitungen (2-Draht- oder 4-Draht-Leitungen) zusammengeschaltet. Über zusätzliche Leitungsüberwachungs-Einrichtungen können Störungsfälle erkannt und eine selbsttätige Umschaltung veranlaßt werden, so daß eine ständige Betriebsbereitschaft gewährleistet ist. Um einen Dauerlauf der FS-Motoren zu verhindern, werden für diesen Einsatzfall zweckmäßigerweise Fernschreiber mit selbsttätiger FS-Motorabschaltung eingesetzt.

Im TUM-LKN-Museum sind zur Demonstration des Standleitungsbetriebes zwei Fernschreiber T37, der links angeordnete mit selbsttätiger FS-Motor-Abschaltung und mit Namengeber ausgerüstet, über eine Standleitung zusammengeschaltet. Auf eine Leitungsüberwachung wurde hier verzichtet.

Für die Stromversorgung der Fernschreiber (Linienstrom, 230 V) und zu Demonstrationszwecken der verschiedenen Betriebsarten ist ein kleines hierfür entwickeltes Steuergerät (FS-SG) mit Tasten und Lampen, das zwischen den beiden T37-Fernschreibern angeordnet ist, vorhanden.

Voraussetzungen für den Standleitungsbetrieb

  • Am FS-SG sind keine Tasten gedrückt (obere Tastenstellung).
  • 230V-Netz-Versorgung ist vorhanden.
  • Die beiden T37-Fernschreiber sind einsatzbereit (FS- und Netz-Kabel sind gesteckt, Papier vorhanden).

FS-Halbduplex-Betrieb

  • Am FS-SG ist die linke Taste "Linienstrom" zu drücken, wodurch beide FS-Empfangsmagnete eingeschaltet werden. Die grüne FS-SG-Lampe leuchtet.
  • Durch Drücken der FS-SG-Taste "FS-Motor" werden beide FS-Motoren eingeschaltet. Es erfolgt aber kein Zeichenabdruck. Die gelbe FS-SG-Lampe und die FS-Zeichen-Lampen leuchten.
  • Da keine weiteren FS-SG-Tasten gedrückt sind, ist der Halbduplex-Betrieb (wechselseitiges Schreiben) eingestellt. Die Halbduplex-Lampe leuchtet.
  • Der von einem Fernschreiber ausgegebene Text wird auf beiden Fernschreibern ausgedruckt (kein "Gegenschreiben" zulässig).
  • An der FS-GS-Lampe "Linienstrom" können die Fernschreibzeichen von beiden Fernschreibern beobachtet werden, während an den Lampen, die den Schreibsperr-Tasten zugeordnet sind, nur die ausgesendeten FS-Zeichen des betreffenden Fernschreibers angezeigt werden.

Schreibsperre eines Fernschreibers

  • Durch Drücken der mittleren oder rechten, gegenseitig verriegelten, FS-GS-Taste "Sperre L-->R", oder "Sperre R-->L" kann der Schreibbetrieb des betreffenden Fernschreibers verhindert werden. Die FS-Tastendrücke bleiben dann dort wirkungslos.

FS-Vollduplex-Betrieb

  • Durch Drücken der vierten, gegenseitig verriegelten, FS-GS-Taste "Vollduplex" wird zwischen den beiden Fernschreibern eine Vierdraht-Verbindung hergestellt, die Lampe "Halbduplex-Betrieb" erlischt. An beiden Fernschreibern kann nun gleichzeitig geschrieben werden. Der Textausdruck erfolgt am jeweils anderen Fernschreiber, der eigene Text wird an dem eigenen Fernschreiber nicht ausgedruckt.
  • Durch leichten Druck auf eine der beiden Schreibsperren-Tasten wird wieder der Halbduplex-Betrieb eingeschaltet.

Verbindungs-Ende

  • Am FS-GS sind nacheinander (zeitlicher Abstand ca. 2 Sekunden) die Tasten "FS-Motor" und "Linienstrom" zu drücken.
  • Am FS-SG erlöschen alle Lampen, die FS-Motoren werden abgeschaltet.

 

Handvermittlungs-Betrieb

(im TUM-LKN-Museum nicht ausgestellt, hier nur der Vollständigkeit halber aufgeführt)

Vor Einführung des Fernschreib-Wählbetriebes (und auch noch später für Sondernetze) wurden die FS-Verbindungen im handvermittelten Betrieb hergestellt. Jedem Fernschreiber wurde dazu ein Fernschaltgerät FSG (ohne Nummernschalter) beigestellt.

Die Handvermittlungs-Einrichtungen FS-HV bestanden dabei im Wesentlichen aus einem jedem FS-Teilnehmer zugeordneten Relaissatz, einem Abfrage/Mitlese-Fernschreiber und einem Klinkenfeld mit Schnurpaaren, Schaltern und Lampen.

Im Folgenden werden die Tätigkeiten für eine handvermittelte FS-Verbindung erläutert.

Verbindungsanmeldung

  • Drücken der FSG-Anfangstaste AT
  • In der FS-HV leuchtet die dem FS-Tln zugeordnete Anruflampe

Abfragen

  • Der FS-HV-Bediener steckt den Abfragestöpsel eines freien Schnurpaares in die Anrufklinke
  • Am FSG leuchtet die der AT-Taste zugeordnete Lampe
  • Der FS-Motor des Tln-FS wird eingeschaltet
  • Der FS-Motor der FS-HV-Anlage wird eingeschaltet
  • Der FS-Tln gibt seinen Verbindungswunsch mit der FS-Tastatur an den FS-HV-Mitlese-Fernschreiber weiter

Herstellen der FS-Verbindung, Schreibbetrieb

  • Der FS-HV-Bediener steckt den Verbindungsstöpsel des zuvor benutzten Schnurpaares in die Anrufklinke des gewünschten FS-Tln
  • Dessen FS-Motor wird eingeschaltet
  • Der FS-HV-Bediener teilt beiden FS-Tln z.B. durch Aktivierung der Namengeber die Schreibbereitschaft mit
  • Schreibbetrieb im Halbduplexverfahren
  • Der FS-HV-Bediener hat die Möglichkeit, über seinen Fernschreiber mitzulesen, jeden der beiden FS-Tln gezielt oder gemeinsam anzuschreiben

Verbindungsauslösung

  • Bei Schreibbetriebs-Ende ist an einem der beiden Fernschaltgeräte die Schlußtaste ST zu drücken
  • In der FS-Handvermittlung wird die Schlußlampe eingeschaltet
  • Gebührenermittlung durch den FS-HV-Bediener (falls erforderlich)
  • Der FS-HV-Bediener zieht die Abfrage- und Verbindungsstöpsel
  • Die Schlußlampe wird abgeschaltet
  • Beide FS-Motoren werden abgeschaltet
  • Die Fernschreiber sind für neue Verbindungen wieder bereit

 

Fernschreiber-Wählbetrieb

Im TUM-LKN-Museum ist für die Vorführung des Fernschreiber-Wählbetriebes nach dem TW39-Prinzip eine Demonstrations-FS-Wählanlage mit Vorwählern und Hebdrehwählern und zwei daran angeschalteten Fernschreibern aufgebaut, womit alle TW39-Leistungsmerkmale vorgeführt werden können.

FS-TW39-Demo-Gestell

Die für den FS-TW39-Demo-Betrieb erforderlichen Komponenten sind in einem Gestell (Größe ca. 1,75 x 0,8 x 0,4 m, Gewicht ca. 120 kg) untergebracht.

Aus Platz- und Aufwandsgründen sind nur vier Fernschreib-Anschlüsse vorhanden. Die einzelnen Wahlstufen (GW und LW), die im "echten" Einsatzfall aus mehreren Wählern bestehen, auf mehrere Wähler-Gestelle und auch auf mehrere FS-Vermittlungsstellen verteilt sind, sind hier nur mit je einem Wähler bestückt, die im selben Gestellrahmen untergebracht sind. Es ist daher auch nur eine (gleichzeitig bestehende) FS-Verbindung möglich.

Im Folgenden werden die Grundfunktionen der einzelnen Komponenten, beginnend von dem untersten Rahmen des FS-Gestelles, beschrieben.

Stromversorgungs-, FS-Anschalte-Schiene

Der Stromanschluß des FS-Gestelles erfolgt über ein Netzkabel, das an eine Netz-Steckdose (230 V≈, mit Schutzleiter, min. 6 A) anzustecken ist. Falls in Ausnahmefällen kein Steckdosen-Schutzleiteranschluß zur Verfügung steht, kann das FS-Gestell über die an der Stromversorgungs-Schiene vorhandenen PE-Anschlußbuchse geerdet werden.

Für die 230-V-Steckdosen (für Fernschreiber, Zusatzgeräte) und für die beiden Netzgeräte (+60V, -60V) sind fünf Sicherungsautomaten und für die Fernschreiber-FS-Anschlüsse vier FS-Steckdosen, beschriftet mit FS31, FS43, FS67, FS79, vorhanden.

Der Anschluß an das Gestellrahmen-Kabel erfolgt an der Schienen-Rückseite über den 20-poligen Stecker SA.

Bedienfeld

Die Bedienfeld-Schiene ist entsprechend der Demo-Anlage bestückt und enthält im Wesentlichen

  • Fernmelde-Schutzschalter (für die +60V/-60V-Stromversorgung)
  • Verkehrsrichtungs- und FS-Leitungs-Sperrtasten für die vier FS-Anschlüsse
  • Sperrtasten für die Vor-, Gruppen- und Leitungswähler
  • Belegungs- und Betriebsbereit- bzw. Störungs-Lampen
  • 2 Relaisunterbrecher (einschl. Umschalter) für den Antrieb der Vorwähler-Drehmagneten
  • Meßklinken
  • 2 Meßgeräte und 4 zugehörige Klinkenschnüre

Der Anschluß an das Gestellrahmen-Kabel erfolgt an der Bedienfeld-Rückseite über die drei 39-poligen Stecker KT, KL und SRU.

Vorwähler-Schiene (Drehwähler)

Von den zehn in der Vorwähler-Schiene vorhandenen Vorwählern sind entsprechend der FS-Anschlußmöglichkeiten davon nur vier, mit 31, 43, 67 und 79 bezeichnet, verdrahtet. Zur Absicherung der VW-Stromkreise sind Rücklöt-Sicherungen vorhanden.

Die Vorwähler, die den FS-Anschlußleitungen fest zugeordnet sind, haben die Aufgabe, bei einem Verbindungswunsch einen freien I.GW zu suchen.

Der Anschluß an das Gestellrahmen-Kabel erfolgt an der Vorwähler-Schienen-Rückseite über zwei 26-polige und einem 30-poligen Stecker (mit ST1, ST2 und ST3 bezeichnet).

Zähler-Schiene

Von den zehn in der Zähler-Schiene vorhandenen Gebührenzählern sind entsprechend der FS-Anschlußmöglichkeiten nur vier, mit 31, 43, 67 und 79 bezeichnet, verdrahtet. Bei gebührenpflichtigen FS-Verbindungen bestimmt der Zeitzonenzähler (ZZZ) aus der gewählten Rufnummer die Gebührenzone. Die daraus resultierenden Gebührenimpulse  werden über den eingestellten Vorwähler  dem den FS-Anschluß zugeordneten Gebührenzähler übertragen (Zeitzählung).

Der Anschluß an das Gestellrahmen-Kabel erfolgt an der Zähler-Schienen-Rückseite über den 20-poligen Stecker ZS.

Vorwähler-Relaisschienen 1 und 2

In der FS-TW39-Demo-Anlage wurden zwei Original-Teilnehmerschienen des FS-TW39-Systems für je 2 Zweidraht-Ortsteilnehmer, ohne Behörden- und ohne Durchwahl-Zusatz, eingesetzt. Jeder FS-Teilnehmeranschluß besteht aus vier Rundrelais, zwei polarisierten Relais sowie einigen Widerständen und Kondensatoren. Zum Kontaktschutz der polarisierten Relais sind Sicherungslampen vorhanden.

Die wesentlichen Funktionen der Teilnehmerschaltung sind:

  • Manuelle Einstellung des FS-Leitungsstromes bei Neuinstallation
  • Anschalten und Auswerten des FS-Leitungs-Ruhestromes (5 mA)
  • Erkennen des Verbindungswunsches (abgehende Verbindung, 40 mA)
  • Anlassen des VW-Drehwählers, Durchschalten und Sperren gegen Doppelbelegung
  • Weitergabe der Wählimpulse
  • Umsetzen der Zweidraht-Ruhestrom- in Vierdraht-Doppelstrom-Zeichen und umgekehrt
  • Einschalten des FS-Motors durch Schleifenstrom-Umpolung bei Erreichen des gewünschten FS-Teilnehmers bzw. bei einer ankommenden FS-Verbindung
  • Erkennen der FS-Schreibbereitschaft (Leitungsstrom 40 mA)
  • Erkennen des Schlußzeichens und Herstellen des Ruhezustandes

Übertragungen, gehend und kommend

Die FS-Übertragungen-gehend und -kommend (Ue-g, Ue-k) werden im TW39-Verbindungsverkehr zwischen den GW-Stufen bzw. bei TW39-Klein-Vermittlungsstellen am LGW-Ausgang/Eingang eingesetzt. Sie dienen zur Anpassung der Schaltkennzeichen an die Wähler- und Übertragungs-Einrichtungen bzw. zur Reduzierung der Adernanzahl der Verbindungsleitungen.

In der FS-TW39-Demo-Anlage sind derartige Übertragungen platz- und verdrahtungsmäßig bereits vorgeleistet aber (zur Zeit) nicht in Betrieb.

Für die Verbindung LGW ---> I.GW, mit dem der Verkehr von einer FS-Nebenstellen-Anlage zum übergeordneten Öffentlichen FS-Netz nachgebildet wird (---> abgehender Amtsverkehr), wird an Stelle der Ue-g1 und Ue-k1 eine Ue-Nachbildung, untergebracht in einem Relaissatz, eingesetzt.

Ein ankommender FS-Amtsverkehr in Richtung LW ist (zur Zeit) nicht eingerichtet.

 

Zeitzonenzähler (ZZZ)

In der FS-TW39-Demo-Anlage wird aus Aufwandsgründen nicht der Original-TW39-ZZZ (bzw. ZZZi/ZZZa), sondern eine vereinfachte Version eingesetzt, wobei aber alle TW39-ZZZ-Funktionen erfüllt werden.

Der Zeitzonenzähler (ZZZ), hier im Wesentlichen bestehend aus elf Flachrelais und einem Wählerrelais, ist dem I.GW fest zugeordnet und nimmt die für die Gebührenzonen-Ermittlung erforderlichen Ziffern der Kennzahl, parallel zum Verbindungsaufbau, auf. Die ermittelte Gebührenzone wird im Wählerrelais und einigen Steuerrelais für die Dauer der FS-Verbindung gespeichert. Nach erfolgter FS-Verbindungs-Herstellung (beide FS-Motoren sind eingeschaltet ---> Schreibbetrieb), wird nach Ablauf einer Karenzzeit (5 ÷ 10 Sekunden) ein Meldezählimpuls und dann anschließend der durch die Gebührenzone festgelegte Zähltakt zu den dem FS-Anschluß zugeordneten Gebührenzähler übertragen (Zeitzählung). In der FS-TW39-Demo-Anlage können, abhängig von der gewählten FS-Tln-Nummer, sieben unterschiedliche Gebührenzonen angesteuert werden.

Der Anschluß an das Gestellrahmen-Kabel erfolgt an der ZZZ-Schienen-Rückseite über den 30-poligen Stecker ZZ.

Taktsteuerung (TS), Taktgeber (TG)

Die für den Betrieb der FS-TW39-Demo-Anlage erforderlichen Zeittakte werden in der dafür neu entwickelten Relaisschiene Taktsteuerung (TS) und einem standardmäßig, geringfügig modifizierten, Taktgeber (TG) erzeugt.

Die Taktsteuerungs-Relaisschiene TS veranlaßt bei der Belegung eines Wählers die Einschaltung des Taktgebers. Um bei kurz hintereinanderfolgenden Wähler-Belegungen ein erneutes Anlaufen des Taktgeber-Motors zu vermeiden, ist eine zeitverzögerte Motorabschaltung vorhanden. Die Abgabe des FS-Besetztzeichens (---> kurzzeitiges Anlaufen des FS-Motors) sowie die Signalisierung bei zu langen Wählpausen beim Verbindungsaufbau wird ebenfalls von dieser Relaisschiene aus gesteuert.

Die Taktgeber-Einrichtung TG (entspricht der Ruf- und Signalmaschine von Fernsprech-Wählanlagen) erzeugt die für die Zeitabmessungen und Gebührenzonen erforderlichen Takte.

Der Anschluß an das Gestellrahmen-Kabel erfolgt an der Rückseite der Taktsteuerungs-Relaisschiene über den 30-poligen Stecker TS. Die Taktgeber-Einrichtung ist über einen Doppelstecker TR und TP (2 x 30-polig) am Gestellrahmen-Kabel angeschaltet.

Hebdrehwähler-Vielfach

In der FS-TW39-Demo-Anlage sind die im Regelfall auf mehrere Gestellrahmen verteilten Wahlstufen in  einem Gestell zusammengefaßt. Außerdem ist hier in jeder GW-Wahlstufe nur ein  Hebdrehwähler vorhanden, so dass nur eine FS-Verbindung hergestellt werden kann.

Die sonst übliche Vielfachschaltung der Wählerausgänge wurde hier bei den GW-Stufen nicht angewendet, so dass jeder Gruppenwähler-Ausgang individuell beschaltet werden konnte und so eine Verbindung über die hintereinandergeschalteten Gruppenwähler aufgebaut werden kann.

Für die Leitungswähler-Ausgänge wurde, mit Ausnahme der Dekade "0", die Wählervielfach-Beschaltung beibehalten. Die drei vorhandenen LW-Einbauplätze können gezielt über die VW- und GW-Ausgänge angesteuert werden.

Der Anschluß der Wählerschienen an das Gestellrahmen-Kabel erfolgt an deren Rückseite über einen 30-poligen und einen 39-poligen Stecker (mit WA und WV bezeichnet).

 

Gruppenwähler (I.GW, II.GW, III.GW)

Die Gruppenwählerstufen (I., II., III.GW, usw.) sind beim FS-System TW39 alle gleich ausgeführt, da viele Funktionen in die Vorwähler-Schaltung verlegt worden sind. Die Abgabe des FS-Wählzeichens (nur beim I.GW) oder eines Belegungsquittungs-Zeichens (nur bei Fern-Gruppenwähler) kann durch Lötbrücken aktiviert werden. Da für die FS-TW39-Demo-Anlage keine Original-TW39-Gruppenwähler zur Verfügung standen, wurden drei II.GW aus dem Fernsprech-Vermittlungssystem S50 nach entsprechender Modifizierung eingesetzt.

Die Arbeitsweise sowie die Anschlußstecker-Belegung entspricht voll dem TW39-System (ein Einsatz der Original-TW39-GW ist daher problemlos möglich).

Der Gruppenwähler ist als 10 x 11-teiliger Hebdrehwähler, mit drei Flachrelais und einigen Widerständen und Kondensatoren aufgebaut. Der Gruppenwähler nimmt eine Wahlziffer auf, hebt dadurch seine Schaltarme in die entsprechende Dekade und dreht dort ein. Beim Auffinden eines freien Ausganges (in der Demo-Anlage ist nur ein Ausgang beschaltet) bleibt er dort stehen, belegt die nachfolgende Wahlstufe, sperrt gegen Doppelbelegung und schaltet die Schreibadern durch. Bis zur Verbindungsauslösung, eingeleitet durch die vorhergehende Wahlstufe, die dadurch den Heimlauf des GW und damit die Auslösung der nachfolgenden Wahlstufe bewirkt, werden im GW keine weiteren Schaltvorgänge veranlaßt.

Findet der Gruppenwähler in der angesteuerten Dekade keinen belegungsfähigen Ausgang, so dreht er auf den 11. Schritt und gibt das FS-Besetztzeichen ab, das in weiterer Folge die Verbindungsauslösung, beginnend im Vorwähler, bewirkt.

Leitungswähler (LW)

Der Leitungswähler ist als 10 x 11-teiliger Hebdrehwähler, mit sechs Flachrelais und einigen Widerständen und Kondensatoren aufgebaut. Der Leitungswähler nimmt die beiden letzten Ziffern der FS-Teilnehmer-Nummer auf (Heben der Schaltarme durch die Zehner-, Drehen der Schaltarme durch die Einerziffer) und prüft den angesteuerten FS-Anschluß auf seinen Belegungszustand. Ist er frei, belegt er den Vorwähler, schaltet die Schreibadern durch und leitet so den Schreibbetrieb ein. Ist der FS-Anschluß belegt, so veranlaßt der LW die Abgabe des FS-Besetztzeichens, das in weiterer Folge die Auslösung der aufgebauten FS-Verbindung und den Heimlauf der Wähler bewirkt.

Der TW39-LW gestattet die Einrichtung von Sammelanschlüssen (hier durch Wahl der FS-Teilnummer ..91). Der Leitungswähler wird auf den LW-Ausgang 91 eingestellt und nimmt die Frei/Besetzt-Prüfung vor. Ist der FS-Anschluß frei, so wird die Verbindung durchgeschaltet. Im Besetztfall dreht der LW in der angesteuerten Dekade solange weiter, bis er einen freien Sammelanschluß-Teilnehmer findet und schaltet dann zu diesem durch. Sind alle Ausgänge eines Sammelanschlusses besetzt, bleibt er am letzten (aber besetzten) Sammelanschluß stehen und gibt das FS-Besetztzeichen ab, wodurch die aufgebaute FS-Verbindung auslöst und die Wähler in die Ruhelage gesteuert werden.

Der Leitungswähler LGW, der vorzugsweise in FS-Klein-Vermittlungsstellen und in FS-Nebenstellen-Anlagen eingesetzt wird, bietet zusätzlich noch die Möglichkeit, bei Ansteuerung der Dekade "0" (---> Wahl der NSt-Amtskennzahl) wie ein Gruppenwähler zu arbeiten, d.h. nach Aufnahme der Amtskennzahl "0" sucht er selbsttätig einen freien Ausgang zur übergeordneten FS-Vermittlungsstelle und schaltet durch.

FS-Verbindungen im Wählbetrieb

 

In den folgenden Punkten wird die Bedienung für den FS-Wählbetrieb erläutert.

Voraussetzungen für den Fernschreib-Wählbetrieb

  • Die FS-TW39-Demo-Anlage ist betriebsbereit (Stromversorgung, Bestückung, Verkabelung, usw.)
  • Alle Sperr- und Funktionstasten im Bedienfeld sind gedrückt
  • Die beiden Fernschreiber (Bürofernschreiber Bü-FS und FS-Lo15) mit ihren Fernschaltgeräten (FSG) sind betriebsbereit
  • Es wird eine FS-Verbindung vom Bü-FS (..31) zum FS-Lo15 (..43) hergestellt

Einschalten des Bü-FS

  • Drücken der Anfangstaste AT am Bü-FS
  • Der VW31 läuft an und belegt den I.GW
  • Am Bü-FS leuchtet die AT-Lampe

FS-Verbindungsaufbau

  • Ansteuerung des FS-Lo15 entsprechend der im Übersichtsbild angegebenen Tln-Nummern mit dem Nummernschalter/Wählscheibe (Verbindungsaufbau über GW und LW, Festlegung der Gebührenzone)
  • Nach Wahl der letzten Ziffer der FS-Tln-Nummer (hier die 3) wird die FS-Anschluß-Prüfung durchgeführt

FS-Lo15 ist schreibbereit

  • Der VW43 wird belegt
  • Der Motor des FS-Lo15 und die AT-Lampe werden eingeschaltet
  • Der Motor des Bü-FS und die ST-Lampe werden eingeschaltet, die AT-Lampe erlischt
  • Der Schreibzustand (Halbduplex-Betrieb) ist hergestellt
  • Nach Ablauf der Karenzzeit (ca. 5 ÷ 10 Sekunden) beginnt die Gebührenzählung
  • Am FS-Lo15 ist keine Bedienung erforderlich

Verbindungsauslösung (Beenden des Schreibbetriebes)

  • Drücken der Bü-FS-Schlußtaste ST (oder der ST-Taste am FSG-Lo15)
  • Alle Wähler der FS-TW39-Demo-Anlage kehren in ihre Ruhelage zurück
  • Im Bü-FS und im FS-Lo15 werden die FS-Motoren und die FSG-Lampen ausgeschaltet
  • Beide Fernschreiber sind für neue FS-Verbindungen wieder bereit

Angesteuerter FS ist belegt

  • Zur Demonstration hierfür ist die eigene Bü-FS-Tln-Nummer ..31 zu wählen
  • Nach Wahl der letzten Ziffer (hier die 1) wird der FS-Anschluß als besetzt erkannt
  • Der Bü-FS-Motor läuft kurz an (FS-Besetzt-Zeichen)
  • Die AT-Lampe erlischt
  • Die aufgebaute Verbindung (VW, GW, LW) wird ausgelöst
  • Es erfolgt keine Gebührenzählung
  • Der Bü-FS ist für eine neue FS-Verbindung bereit

Angesteuerter FS ist nicht schreibbereit

  • Zur Demonstration hierfür ist die FS-Tln-Nummer ..67 zu wählen
  • Nach Wahl der letzten Ziffer (hier die 7) wird der FS-Anschluß als nicht betriebsbereit erkannt (--> FS-Anschlußleitungs-Unterbrechung) und der Bü-FS-Motor läuft nicht an (Nicht-Betriebsbereit-Kennzeichen)
  • Es erfolgt keine Gebührenzählung
  • Auslösen der aufgebauten Verbindung durch Drücken der Bü-FS-Schlußtaste ST

Sammelanschluß-Verbindung

  • Demonstration einer Sammelanschluß-Verbindung durch Anruf zu einem besetzten Sammelanschluß-Teilnehmer (hier Wahl der eigenen Sammelanschlußnummer ..91 vom Bü-FS aus, FS-Lo15 hat zusätzlich auch noch die Sammelanschlußnummer ..93)
  • FS-Verbindungsaufbau durch den Bü-FS durch Wahl der Sammelanschlußnummer 591
  • Der LW wird durch die Bü-FS-Wahl auf Schritt 91 gesteuert und der Besetztzustand erkannt
  • Der LW dreht weiter und findet auf Schritt 93 (FS-Lo15) einen freien Anschluß und schaltet die Schreibadern durch
  • Schreibbetrieb zwischen Bü-FS und FS-Lo15
  • Verbindungsauslösung durch Schlußtastendruck

Lokalbetrieb des Bü-FS

  • Drücken der LT-Taste
  • Der Bü-FS-Motor und die Lampe LT werden eingeschaltet
  • Die FS-Anschlußleitung wird nicht belegt
  • Erstellung eines Lochstreifens
  • Beenden des Lokalbetriebes durch Drücken der Schlußtaste ST
  • Erfolgt während des Lokalbetriebes ein Anruf, wird der Lokalbetrieb sofort beendet, der Anruf signalisiert und nach ca. 3 Sekunden auf den "normalen" Fernschreib-Betrieb umgeschaltet. Die ST-Taste darf dabei nicht gedrückt werden.

Fernschreib-Wählverbindungs-Aufbau

Mit der FS-TW39-Demo-Anlage können abhängig von den betätigten Tasten und der für den Verbindungsaufbau zu wählenden Ziffern Orts-, Fern- und Nebenstellen-Verbindungen aufgebaut werden (siehe auch Bilder "FS-TW39-Verbindungs-Übersicht").

Die Vorgehensweise für den Verbindungs-Auf- und Abbau sowie die TW39-Leistungsmerkmale (Verhalten bei FS-Tln frei, besetzt, gestört, usw.) sind bei allen Verbindungsarten gleich.

Aufgrund der hier vorhandenen Anlagen-Konfiguration werden bei diesen Verbindungen meist die selben Wähler angesteuert, die aber bei den verschiedenen Verbindungsarten unterschiedlichen FS-Netz-Hierarchiestufen zuzuordnen sind. Bei einem "echten" Verbindungsaufbau würden die hier angesteuerten Wahlstufen auch in örtlich getrennten Vermittlungsstellen angeordnet sein.

Betrieb der FS-TW39-Demo-Anlage als Nebenstellen-Anlage

Soll die FS-TW39-Demo-Anlage als Nebenstellen-Anlage (NSt-Anl) betrieben werden, so sind am TW39-Anlagen-Bedienfeld die VW-Sperrtasten 2, 4, und 6 zu ziehen (Sperrtaste VW8 bleibt gedrückt).

 

Nebenstellen-Anlagen-interne Verbindungen

Die FS-Verbindungen innerhalb der Nebenstellen-Anlage sind zweistellig nummeriert und gebührenfrei. Der Verbindungsaufbau erfolgt über den dem Fernschreiber-Anschluß zugehörigen Vorwähler (Ausgang 8) zum LGW, der die zweistellige FS-Tln-Nummer aufnimmt und zu dem gewünschten FS-Tln die Schreibverbindung herstellt.

FS-Tln-Nummern: Einzelanschlüsse 31, 43, 57, 79
                Sammelanschlüsse 91, 93, 97, 99

Abgehender Amtsverkehr

Für "abgehende Amtsverbindungen" zur übergeordneten Öffentlichen FS-Vermittlungsstelle ist als erstes die "Amtskennzahl 0" zu wählen. Der LGW wird dadurch in die Dekade "0" gesteuert und sucht dort über die Übertragungen Ue-g1 und Ue-k1 eine freie Leitung zum I. GW und belegt diesen. Der FS-Nebenstellen-Tln ist dann mit dem Öffentlichen FS-Netz verbunden.

Der weitere Verbindungsaufbau, die Ermittlung der Gebührenzone, usw. erfolgt dann genauso wie bei direkt am Öffentlichen FS-Netz angeschalteten FS-Teilnehmern. Die bei gebührenpflichtigen Verbindungen vom Öffentlichen FS-Netz abgegebenen Gebührenimpulse werden zu den dem FS-Nebenstellen-Tln zugeordneten Gebührenzähler weitergeleitet.

Anmerkung:

An Stelle der Original-FS-Übertragungen Ue-g1 und Ue-k1 wird aus Aufwandsgründen (zur Zeit) eine Ue-Nachbildung, eingebaut in einem Relaissatz, eingesetzt.

 

Ankommender Amtsverkehr

Ein "ankommender Amtsverkehr" (vom Öffentlichen Netz zum LW der Nebenstellen-Anlage) ist (zur Zeit) noch nicht in Betrieb, aber platz- und verdrahtungsmäßig bereits vorgeleistet.

 

Betrieb der FS-TW39-Demo-Anlage als Öffentliches FS-Netz

Die FS-TW39-Demo-Anlage kann so konfiguriert werden, dass sie die Aufgaben der FS-Vermittlungen des Öffentlichen Netzes übernimmt. Die bei dem jeweiligen Verbindungsaufbau beteiligten Wähler sind dabei sich auf verschiedenen Vermittlungsstellen verteilt (untergebracht in verschiedenen Orten) vorzustellen.

Alle Verbindungen werden ausgehend von den dem FS-Anschluß zugeordneten Vorwähler über seinen Ausgang 2 (Sperrtaste VW2 am Anlagen-Bedienfeld muss gedrückt sein) zum I.GW geleitet, der zur Gebührenzonen-Ermittlung fest mit dem Zeitzonenzähler (ZZZ) verbunden ist.

FS-Verbindungen innerhalb des Öffentlichen FS-Netzes

Abhängig von den gewählten Ziffern werden FS-Orts- und -Fern-Verbindungen über verschiedene Wahlstufen geführt (I.GW, II.GW, III.GW, LW) und die entsprechende Gebührenzone ermittelt. Die Gebührenimpulse werden an den dem Fernschreib-Teilnehmer zugeordneten Gebührenzähler weitergegeben.

Auf Grund der in der FS-TW39-Demo-Anlage vorhandenen Wähler-Beschaltung können Orts- und Fern-Verbindungen, die durch Wahl von unterschiedlichen "Kennzahlen" aufgebaut werden, über die selben Gruppen- und Leitungswähler geführt werden, aber anderen Gebührenzonen zugeordnet sein, und auch umgekehrt, verschiedene Kennzahlen zur selben Gebührenzone gehören.

Die für den Verbindungsaufbau zu wählenden Ziffern können den Bildern "FS-TW39, Verbindungs-Übersicht" entnommen werden.

Die folgende Tabelle zeigt die den zu wählenden Kennzahlen zugeordneten Gebührenzonen.

Verbindungsart zu wähl. Kennzahl Gebührenzone Gebührentakt belegte Wahlstufen
Orts-Verbindung        5 .. ZT1   10,0 sec VW,I.GW,LW
Bezirks/Nah-Verbdg.     2 35 .. ZT2    5,0 sec VW,I.GW,II.GW,III.GW,LW
nationale
Fernverbindung
    0 35 ..
      05 ..
ZT3
ZT4

   3,3 sec

   2,5 sec

VW,I.GW,II.GW,III.GW,LW
VW,I.GW,II.GW,LW
Auslands-Verbindung     0 05 .. ZT5    2,0 sec VW,I.GW,II.GW,III.GW,LW
Gebührenfreie
Sonderdienste
       9 ..
      09 ..
Gebührenfrei
Gebührenfrei
  VW,I.GW,LW
VW,I.GW,II.GW,LW
Ermäßigte/Soziale
Sonderdienste
    6 35 ..
    0 65 ..
1 Geb.-Impuls
pro Verbindg.
  VW,I.GW,II.GW,III.GW,LW
VW,I.GW,II.GW,III.GW,LW

 

FS-Verbindungen von Nebenstellen-Anlagen ins Öffentliche Netz

Bei dieser Verbindungsart ist die FS-TW39-Demo-Anlage als Nebenstellen-Anlage zu konfigurieren.

Nach Wahl der Amtskennzahl "0", die vom LGW aufgenommen wird, erfolgt die Belegung des I.GW und des ihm zugeordneten ZZZ. Anschließend ist, ohne auf weitere Schaltkennzeichen zu achten, die Verbindung zum gewünschten FS-Teilnehmer, wie bereits vorher beschrieben, aufzubauen. Die Gebührenimpulse der für diese Verbindung vom ZZZ ermittelten Gebührenzone werden auf den Gebührenzähler des FS-Nebenstellen-Teilnehmers übertragen.

Zur Anpassung der Schaltkennzeichen für die Verbindung LGW ---> I.GW sind die Übertragungen Ue-g1 und Ue-k1 (hier durch Nachbild-Schaltungen ersetzt) vorhanden.

 

Eine derartige Verbindung wird über folgende Wahlstufen hergestellt:

FS - VW-LGW-Ue-g1 - Ue-k1-I.GW-II.GW-III.GW-LW0-VW - FS

   │<-- NSt-Anl ->│<-Öffentl. Vermittlungsstellen->│

 

FS-Verbindungen vom Öffentlichen Netz zu Nebenstellen-Anlagen

Diese Verbindungsart ist (zur Zeit) noch nicht in Betrieb, aber platz- und verdrahtungsmäßig bereits vorgeleistet.

Für diese Verbindungen ist dann an Stelle der zweistelligen FS-Teilnehmer-Nummer (mit ..  gekennzeichnet) die Nebenstellen-Anlagen-Nummer "00" und dann anschließend die NSt-Tln-Nummer .. zu wählen.

Der Leitungswähler der Öffentlichen Vermittlungsstelle (hier mit LW 0 bezeichnet) belegt über die beiden Übertragungen Ue-g2 und Ue-k2 den Leitungswähler der Nebenstellen-Anlage (hier mit LW E gekennzeichnet), der dann die FS-Tln-Nummer ..  aufnimmt und so die Verbindung mit dem FS-Nebenstellen-Tln herstellt.

 

Eine derartige Verbindung würde über folgende Wahlstufen hergestellt werden:

FS - VW-I.GW-II.GW-III.GW-LW0-Ue-g2 - Ue-k2-LWE-VW - FS

   │<-Öffentl. Vermittlungsstellen->│<- NSt-Anl  ->│

 

FS-Verbindungen zweier Nebenstellen-Anlagen über das Öffentliche Netz

Diese Verbindungsart ist (zur Zeit) noch nicht in Betrieb, aber platz- und verdrahtungsmäßig bereits vorgeleistet. Sie stellt eine Kombination der beiden vorher beschriebenen Verbindungsarten dar.

 

Eine derartige Verbindung würde über folgende Wahlstufen hergestellt werden:

FS - VW-LGW-Ue-g1 - Ue-k1-I.GW-II.GW-III.GW-LW0-Ue-g2 - Ue-k2-LWE-VW - FS

   │<-- NSt-Anl ->│<-Öffentliche Vermittlungsstellen->│<-  NSt-Anl ->│