ERC Consolidator Grant für Prof. Hirche


Prof. Dr.-Ing. Sandra Hirche, Lehrstuhl für Informationstechnische Regelung, wird mit den renommierten Consolidator Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) gefördert.

Regelungstechnik bildet die Grundlage zur Steuerung moderner autonomer Systeme – von der Heizung bis zum Roboter: Regelungsgesetze entscheiden wie ein System einer Vorgabe folgt, auf unerwartete Einflüsse reagiert und sicherstellt, dass seine Funktion zuverlässig erfüllt wird. In sicherheitskritischen Anwendungen ist ein mathematischer Beweis für die Zuverlässigkeit des geregelten Systems unverzichtbar. Dieser lässt sich anhand eines möglichst exakten Modells führen. In komplexen Systemen stößt dieser Ansatz allerdings an seine Grenzen. Maschinelles Lernen ist vielversprechend für deren Modellierung, liefert aber typischerweise keine beweisbaren Garantien. In ihrem Projekt „CO-MAN“ will Prof. Sandra Hirche beides zusammenführen. Der neue Ansatz soll für Systeme geeignet sein, bei denen Sicherheit und Anpassungsfähigkeit besonders wichtig sind, zum Beispiel, wenn Menschen eng mit Maschinen interagieren. Prof. Hirche plant, den Ansatz anhand von zwei Anwendungsfällen zu erproben: in Systemen zur diagnostischen Unterstützung von Parkinson-Patienten und Systemen für robotergeführte Rehabilitation.

Sandra Hirche ist Professorin für Informationstechnische Regelung. Ihre Forschung wurde bereits mit einem ERC Starting Grant gefördert.

Die begehrten Grants des ERC werden in verschiedenen Kategorien vergeben. Um ERC Consolidator Grants können sich Forscherinnen und Forscher bewerben, deren Promotion sieben bis zwölf Jahre zurückliegt. Die Projekte werden mit jeweils bis zu zwei Millionen Euro gefördert. Die aktuellen Auszeichnungen eingerechnet, konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der TUM bereits 121 ERC Grants einwerben.